Die Fetttage

Bericht über die Entstehung und History der Fetttage

Seit Jahren beschäftigen sich zwei Kerle aus dem Münsterland mit alten Fahrzeugen. Angefangen von italienischen Mofa über japanische Motorräder, englische Sportwagen und deutschen Traktoren blieb nichts vor Ihren Schraubenschlüsseln sicher. Schließlich besann man sich und entschied, fast zeitgleich, die Anschaffung je eines Mercedes Oldtimers, was dazu führte, das man, eher zufällig auf der Suche nach Informationen, im "Alte-S-Klasse-Forum" heimisch wurde. Hier tauschte man Informationen aus und lernte, wiederum zufällig, den Forenmaster und Betreiber der Homepages www.w111.net und www.sternschuppen.de kennen.

Aufgrund der örtlichen Nähe traf man sich, es wurde sich nett unterhalten und man kam zu dem Entschluß, vorhandenes Equipment wechselseitig zu nutzen. Dieses war die Initialzündung zu den Fetttagen, einer Veranstaltung, die nie geahnte Ausmaße annehmen sollte.

Der erste Fetttag im Frühsommer 2001 fand in der kleinen Halle des Forenmasters statt, wohin sich aber nur wenige verirrten. Diese wenigen waren ausnahmslos aktive und passive Teilnehmer des "Alte-S-Klasse-Forums" für die der Weg nicht zu weit war. Trotz der Tatsache, daß nur ein Fahrzeug versiegelt wurde, war es ein recht erfolgreicher Tag. Neben der Versiegelung wurden viele nützliche Informationen ausgetauscht, ebenso empfanden alle Teilnehmer das persönliche Kennenlernen der Forenteilnehemer als äußerst positiv.

Beim zweite Fetttag im münsterländischen Vreden waren es bereits 10 Fahrzeuge, die die Pflege der Oldtimerfreunde erfahren durften. Auf dem Hof herrschte fast schon Platzmangel, dennoch wurde der Tag ein voller Erfolg. Man tauschte sich aus, konnte Fahrzeuge der Teilnehmer intesivst begutachten und bekam von restaurierungsbedürftigen über Alltagsfahrzeuge bis hin zum makellosem Fahrzeug im Gegenwert eines Einfamilienhauses alles zu sehen. Selbst Probefahrten unter den Teilnehmer waren kein Problem!

Die Fahrzeuge kamen allesamt gut vorbereitet, die Hohlraumstöpsel, Verkleidungen von Türen, Schottwände in den Kotflügeln usw. waren entfernt worden, die Unterböden waren sauber. Alles in allem ein sonniger Tag mit vielen Infos und noch mehr Spaß!


Der 3. Fetttag wird auf Nachfrage etwas südlicher, nämlich in Herold, in der stattfinden.
Den “Stress” mit der Organisation vor Ort hat Dirk Busch diesmal übernommen. Auch in Herold werden die Freunde des Sterns wieder die verschiedensten Mercedes-Klassiker in die Luft gehen lassen und, wie immer, zum Selbstkostenpreis versiegeln. Kaum hatte man sich dazu entschlossen, war schon fast alles ausgebucht. Die Möglichkeit, sich per Internet anzumelden, nahmen innerhalb weniger Tage knapp 30 Personen wahr, so daß das Anmeldeformular nach kurzer Zeit wieder deaktiviert werden mußte.

Geplant ist ein Workshop, bei dem aus einem W111 ein Motor ausgebaut wird. Hierbei kann man den Schlosser über die Schulter gucken, Fragen stellen, Informationen austauschen und auch selber unter Aufsicht Hand anlegen. Äußerst interessant für jemanden, der sich noch nicht so sehr mit der Materie auskennt und dem das ominöse "Gefühl" für die Schrauberei fehlt. Eben zu diesem Gefühl wollen die Veranstalter, die äussersten Wert auf den privaten Charakter der Fetttage legen, es auch ermöglichen, das jeder Teilnehmer einmal eine kleine Schraube bis zu deren Abriss anzieht.

So ganz nebenbei werden zum Selbstkostenpreis wieder die verschiedensten Mercedes-Klassiker, aber auch andere "Oldies" mit einer Hohlraumkonservierung, bevorzugt mit Mike-Sanders-Fett vor dem Verfall gerettet. Hierbei wird das Fett in einem Topf auf ca. 100°C erhitzt und mittels einer Druckbecherpistole in die Hohlräume, Türen, Hauben und dem Unterboden ein- bzw. aufgebracht. Dieses Fett hat den Vorteil, das es sich während der Sommermonate bei hohen Temperaturen verflüssigt und somit in alle Falze, Kanten und eventuelle neue Beschädigungen kriecht. Nachahmer seien davor gewarnt, die richtigen Verarbeitungswerkzeuge und -methoden anzuwenden, andernfalls kann es vorkommen, daß das heiße Fett seine Bahnen auf die Haut des Verarbeiters sucht. Selbstfrittierung ist sehr gefährlich und schmerzhaft!

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, die Teilnehmer kratzen vor Nervosität die Fugen aus den Fliesen, das Orgateam kaut auf den Nägeln und hofft auf gutes Wetter. Hauptsache!

Fettpfotengrüsse

Das Fetttageteam
Cebe & Ulrich